„Gendering“ oder wie Quatsch hoffähig gemacht wird

Man kann heutzutage kaum noch einen Text lesen oder eine offizielle Meinung hören, ohne daß der Inhalt mit „Gendering“ entwertet wurde. Man könnte fast das Gefühl haben, daß das Gendering wichtiger ist als der eigentliche Inhalt. Dabei ist Gendering nicht nur Unsinn, es absorbiert Engagement, das anderswo sinnvoller eingesetzt wäre.

Beispiel: „Liebe Freunde und Freundinnen, liebe Gäste und Gästinnen, liebe Kollegen und Kolleginnen, liebe…“. Wer so etwas hört oder liest, der hat doch innerlich schon abgeschaltet. Noch schlimmer sind Formulierungen wie „Gäste*innen“ und dergleichen.

Wer sich für Gleichberechtigung einsetzen möchte, der sollte das unbedingt tun, denn Ungleichheit ist eine Sauerei, in jede Richtung. Ungleiche Bezahlung? Dagegen steht die Forderung “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!” Das wird schon lange und zu Recht gefordert. Gleiche Ausgangs-Chancen in der Bildung für alle und jeden, unabhängig vom Geschlecht oder anderen Unterschieden? Genauso dringend nötig! Aber eine Verunstaltung der Sprache im Namen der Gleichberechtigung? Das ist nicht nur über das Ziel hinaus geschossen, das ist ein Schritt zurück, fast schon eine “Vergewaltätigung” der Sprache.

Ich hatte mal eine gute Bekannte, der Namen auf –mann endete. Sie hat sich dann auf –frau umbenannt. Und was hat sie damit gewonnen? Irritation unter ihren Bekannten und Bekanntinnen wahrscheinlich.

Nun, bisher habe ich noch keinen Mann gefunden, der sich darüber beschwert hat, daß es zwar der Rock, aber die Hose, der Slip, aber die Socke heißt. Wenn es um den Kunden geht, dann schließt das doch die Kundin nicht aus! Hat sich jemals ein Mann beschwert, daß der Plural (lateinisch!) mit die Mehrzahl (deutsch) ein weibliches Pronomen hat?

Gerade aufgrund meiner Erfahrung in Asien kann ich auch sagen, daß es ein Trugschluß wäre zu glauben, daß Frauen nicht so gut oder so ausdauernd in ihrer Arbeit wären. Im Gegenteil, mehrheitlich arbeiten sie sorgfältiger, verantwortungsbewußter und mit mindestens so viel Können wie die Männer. Und keine davon besteht auf Gendering in der Ansprache. Gleiches Ansehen und gleiche Rechte, gleiches Geld für gleiche Arbeit, das ist für diese Frauen viel wichtiger, und dafür setzen sie sich ein. Das wäre auch für mitteleuropäische Menschen lohnender als für „korrektes Gendering“ ihre Energie einzusetzen.

Burmesen stehen an für eine Arbeitserlaubnis

Und wenn das mit dem Gendering auf dem Müllhafen der Geschichte gelandet ist, dann (besser noch vorher!) können wir auch damit anfangen, dieses Unding namens „Quote“ abzuschaffen. Das ist nämlich ebenfalls so eine Sache, die falsch herum aufgezogen wurde und darum nur zu falschen Ergebnisse führt.
Denn auch hier wird das alte Trichter-Prinzip angewandt, bei dem man versucht zu regulieren, was unten rauskommt, anstatt das zu kontrollieren, was oben rein kommt.
Das Ergebnis ist praktisch immer Murks. Um die Auswirkungen zu dämpfen, statt die Ursachen zu beseitigen,- dafür soll es überall Quoten geben???
Wenn aber statt dessen alle die gleichen Voraussetzungen haben/hätten, dann werden die Besten zur Auswahl stehen und nicht die mit diesem oder jenem Sexualorgan alles unter sich ausmachen. Warum sollte ich eine dumme Frau als Führungsperson akzeptieren? Genauso müsste ich ja dann auch einen dummen Mann als Führungsperson akzeptieren. Beides geht nicht! Beides ist gleich schlecht, da dreh’ ich die Hand nicht um.

Also gleiche Voraussetzungen für alle ermöglichen, egal ob Frau oder Mann, egal welche Hautfarbe oder Religion etc. Was dann dabei herauskommt, das braucht keine Quote mehr. Und noch besser: Die Qualität steigt insgesamt. Das einzige Problem dabei: Das hört sich viel zu sozialistisch an, das darf man ja nicht wirklich wollen.
Und gleich noch ein zweites Problem: Diejenigen, die im Moment einen Vorteil daraus ziehen, daß sie z.B. weiße, christliche Männer sind, die werden einen Teufel tun und wirkliche Gleichberechtigung zulassen. Aber mit einer Quote dagegen anzugehen ist schwachsinnig. Deshalb, jedes Mal, wenn ich einen Dampfplauderer von “der Quote” schwafeln höre, stehe ich kurz vor einem Lachkrampf!

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(c) Juli 2018

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