Ein kleiner Vorgeschmack:

Chinatown Bangkok Thailand by night

Vorbemerkung

Dieser Ratgeber ist gedacht als Hilfe für alle, die überlegen, in Thailand zu Überwintern oder dort zu leben. Dabei habe ich versucht, alle Themen zu erfassen, die mir wichtig für so eine Entscheidung erscheinen. Sicher hat der eine oder andere Leser noch Aspekte, die ihm persönlich wichtig erscheinen, die aber hier nicht oder nur ungenügend beschrieben werden,- das liegt in der Natur solcher Anleitungen
Bewußt habe ich mir nicht die Un-Art zu eigen gemacht, stets dem/der Leser/Leserin mit politisch korrekter Anrede auf die Nerven zu gehen. Wenn also von dem Interessierten die Rede ist, dann ist damit auch die Interessierte gemeint. Die Mehrzahl derer, die sich mit dem Thema Ausreisen nach Thailand beschäftigen, sind sicherlich Männer. Das soll aber nicht heißen, daß dieser Führer nur für Männer geschrieben wurde. Oder daß Thailand kein Land für Frauen ist. Alle Ratschläge gelten für alle und jedermann, unabhängig von Geschlecht oder partnerschaftlicher Vorliebe…
Mit anderen Worten, ich bin nur scheinbar ein Chauvinist beim Schreiben. Das bezieht sich auch auf die Bewohner Thailands. Genaugenommen müßte ich jedes Mal von „Thailänderinnen und Thailändern“ schreiben. Aber ich bin kein Politiker! Also habe ich mich geeinigt, auf den Begriff „Thai“, für alle!
Ein altes Problem ist die Umschreibung thailändischer Wörter. Ich habe versucht, möglichst wenige Begriffe aus der Thai Sprache in diesem Ratgeber aufzulisten, denn dies ist kein Sprachführer. Manche Sachen sind aber trotzdem sinnvoll zu erwähnen, z. B. im Kapitel Gesundheit. Dann habe ich die Worte so geschrieben, wie ich als Deutscher sie ausspreche. Wo im Englischen vielleicht ein „J“  wie in „John“ stehen würde, habe ich ein „dsch“ benutzt, als Abgrenzung auch gegen ein J wie in „Jahr“. Ich denke, Sie lesen solche Worte einfach so, wie sie da stehen, dann liegen Sie schon richtig.
Ich habe mich auch bemüht, so wenig wie möglich auf Internet-Seiten zu verweisen, aber in einigen Fällen lohnt sich der Besuch der Seiten, und dann habe ich diese Verweise auch aufgeführt. Bestes Beispiel ist das Kapitel zum Thema Sport. Den einen interessieren beispielsweise Einzelheiten zum Thema Schwimmen, den anderen dagegen nur Bogenschießen. Deshalb habe ich mich bemüht, Verweise zu finden, die als Ausgangspunkt für weitergehende, genauere Suchen dienen können. Trotzdem sind am Ende unter „Wichtige Kontakte“ noch eine ganze Reihe von „Links“ aufgeführt, denn manche Informationen ändern sich einfach sehr schnell.
Aber dieser Ratgeber wäre eine Vergeudung meiner Zeit und Ihres Geldes, wenn ich nur eine lange Liste von Web-Links mit kurzen, verbindenden Texten abliefern würde. Und es gibt auch noch ein Leben diesseits des Internets, darum halte ich es für besser, soweit wie möglich die Informationen hier schwarz auf weiß wiederzugeben. Aber trotzdem, in dieser neuen, vierten Ausgabe habe ich mehr Internet-Links und diese dann auch so formatiert, daß man mit dem Anklicken die entsprechende Seite öffnen kann. Sofern man das E-Buch auf einem Gerät liest, das auch einen Webbrowser hat. Bis auf die meisten E-Buch-Lesegeräte ist das auch der Fall, speziell, wenn man das E-Buch auf einem Tablet, einem PC oder einem Smart-Handy liest.
Daneben hatte ich mir überlegt, farbige Bilder einzubauen. Das Problem dabei ist aber, daß dann das E-Buch unheimlich viel Speicherplatz braucht und auch das Versenden ewig langsam läuft. Deshalb mein Vorschlag, daß Sie sich auf der Webseite zum Buch Bilder anschauen können. Nicht so wahnsinnig viele, aber die meisten sind dafür von mir. Und weiterhin gibt es auch von anderen Menschen Bilder aus oder über Thailand, und die können besser photographieren als ich, ehrlich! Im Nittaya.de-Forum gibt es spezielle Folder mit Bildern, die ich nur empfehlen kann. Einschränkung: Man muß sich bei Nittaya anmelden. Geht aber leicht und kostet nichts. Khun Jürg von Thaileben.net hat auch eine ganze Reihe Bilder, hauptsächlich aus dem Nordosten des Landes. Aber auch andere Seiten wie Thai-Ticker und Siam-Info haben eine Menge Photos auf den Webseiten. Was Sie dagegen auf Google-Suchen hin bekommen, ist meist wenig aussagekräftig. Warum? Weil die Bilder von den Top-Suchergebnissen kommen, und die Top-Ergebnisse sind zu oft kommerzielle Seiten. Was nützt Ihnen etwa eine Ansicht von einem schönen Hotel, das aber viel zu teuer und dazu nicht typisch für Thailand ist?
Schließlich habe ich noch zwei weitere Kapitel eingefügt, beide nur kurz gehalten, über Frauen in Thailand und über die Politik in Thailand, soweit sie den Ausländer/Senior in Thailand betrifft. Ehrlich gesagt, beide Kapitel waren überfällig.
Dieser kleine Ratgeber erlaubt Ihnen, einzelne Kapitel oder Punkte herauszupicken, die Sie besonders interessieren, Sie brauchen sich also nicht daran machen, den Text der Reihe nach von vorne bis hinten zu lesen wie einen Roman. Ich habe die Reihenfolge der Kapitel danach angeordnet, wie ich glaube, daß es sinnvoll ist, aber für Sie sind vielleicht andere Gesichtspunkte wichtiger, also lesen Sie in der Reihenfolge, wie es Ihnen passt. Nur zu! Und wenn Sie im Inhaltsverzeichnis auf ein Kapitel oder Unterpunkt klicken, dann sollten Sie direkt zu diesem Abschnitt im E-Buch kommen.


Bangkok von oben

Zur aktuellen Auflage:

Es ist etwa vier Jahre her, daß ich mit der ersten Auflage herausgekommen bin. Inzwischen habe auch ich eine Menge dazu gelernt, und nicht alles war eitel Sonnenschein. Komischerweise scheinen für jeden Interessierten mindestens zwei Nörgler zu existieren, die pauschale Kritik anmelden, allerdings dann meist nichts Konkretes anbieten können. Oder wollen. Eigentlich schade, aber sei’s drum.
Trotzdem fallen mir immer wieder neue, interessante oder wichtige Dinge ein, die hier beschrieben sein sollten, und auch von Lesern kommen immer wieder Beiträge oder Hinweise. Allen diesen Lesern sei hier ausdrücklich dafür gedankt.

Hier gleich mal zwei Dinge, die mir auch wichtig genug erscheinen, um sie gleich hier anzusprechen:

1)  Es gibt viele Gründe, die für einen Lebensabend in Thailand sprechen. Aber es gibt auch ein paar, die dagegen sprechen. Bevor Sie sich also mit ganzem Herzen dem „Projekt Thailand“ verschreiben, sind hier ein paar Punkte, die sie abchecken sollten, weil sie nämlich gegen so einen Umzug sprechen:
• Sie sind xenophob, d. h. Sie mögen Ausländer eigentlich eh nicht so besonders. Dazu nur soviel: In Thailand – wie auch in allen anderen Aus-Ländern – sind Sie der Ausländer, der Fremde, der „Reingeschmeckte“. Mit Ansichten wie „Am deutschen Wesen sollte die Welt sich ein Beispiel nehmen“ können Sie in Deutschland vielleicht am Stammtisch brillieren, in Thailand wird Ihnen das nicht einmal an einem deutschen Stammtisch gelingen.
• Sie wollen ein neues Kapitel in Ihrem Leben aufschlagen (so weit, so gut) und wollen sich dafür die neue (oder nächste) Frau in Ihrem Leben in Thailand suchen. Sorry, es soll sogar schon vorgekommen sein, daß ein deutscher Senior die Frau fürs Leben in Thailand gefunden hat, aber das ist eher selten und dazu reicht es vielleicht ja schon aus, erst mal nur auf einen längeren Urlaub zu fahren. Wenn Sie Glück haben, dann können Sie immer noch später umziehen. Sollten sie jedoch kein Glück haben, dann sitzen Sie auf ein Mal enttäuscht und alleine gelassen in Thailand fest und hadern mit Ihrem Schicksal. Falls Sie jetzt denken, „Ja, aber …“, dann lesen weiter hinten in diesem Ratgeber unter Thai Kultur über die Art und Weise der zwischenmenschlichen Beziehungen in Thailand weiter.
• Sie können nur deutsches Essen vertragen, weil Ihnen einfach alles andere nicht wirklich schmeckt. Man kann in Thailand nur von deutschem Essen leben, aber erstens verpassen Sie da unheimlich viel, was direkt vor Ihrer Nase gekocht und gegessen wird, und dazu ist es recht schnell fade, weil die Auswahl halt doch sehr beschränkt ist. Des Weiteren kommt dazu, daß nur deutsches Essen schnell Ihr Budget sprengt, es sei denn, Sie bekochen sich selbst.
• Sie haben schon im normalen Urlaub nach zwei, drei Wochen Sehnsucht nach zu Hause, Ihrer Familie, Ihren Freunden und Bekannten. Das ist wahrlich nichts Negatives, nur sind dann längere Aufenthalte fern der Heimat eben nicht sinnvoll.
Es mag noch mehr geben, aber wir wollen es nicht gleich übertreiben, schließlich geht es in diesem Ratgeber nicht darum, Sie von Thailand fernzuhalten, sondern Ihnen Rat und Hilfe zu geben, damit Sie entscheiden können, ob ein Überwintern oder ein Übersiedeln in Thailand für Sie in Frage kommt und daß es dann auch so einfach wie möglich wird.

2)   Wenn Sie Ihren Wohnsitz auswählen, dann sollten Sie neben all den anderen Kriterien wie „nahe am Meer“ oder lieber „in den Bergen“ etc. auch schauen, daß Sie in eine bestehende Gemeinde kommen. Das bezieht sich nicht auf eine religiöse Gemeinde, sondern darauf, daß Sie so viel wie möglich Leute um sich herum haben, mit denen Sie sich auch über mehr als nur Oberflächlichkeiten unterhalten können. Wenn Sie nur deutsch beherrschen, dann sollten Sie zusehen, daß Sie unter anderen Deutschen wohnen, wenn Sie auch annehmbares Englisch können, dann haben Sie natürlich auch die englischsprachige „Community“ als Kontakt. Das soll nicht heißen, daß Sie Tür an Tür mit denen wohnen, aber halt, daß in der näheren Umgebung einige davon erreichbar sind oder daß es vielleicht ein paar Punkte gibt – und das müssen nicht nur Kneipen sein – wo man sich trifft.
Warum ich das so wichtig finde? Weil Ihnen sonst passieren kann, was vor Ihnen schon viele erlebt haben: Die haben sich auf ein Dorf in der tiefsten Provinz zurückgezogen, weil sie fertig waren mit Deutschland und den Deutschen. Über kurz oder lang aber haben sie gemerkt, daß sie weder mit den Thais so direkt und tiefgehend reden können, wie sie es von zu Hause gewohnt waren. Noch haben sie den innigen Kontakt mit den Thais um sich herum bekommen, um mit privaten Problemen und Fragen an die Thais heranzutreten. Und die Thais wollen nichts wissen von den Problemen der Ausländer. Für Thais ist das nachgerade unhöflich, andere Leute mit den eigenen Problemen zu belästigen.
Das Ende von Lied ist, daß man selbst dann, wenn man mit einem Thai Partner zusammen lebt, innerlich vereinsamt, sich zurückzieht, geistige Fähigkeiten werden nicht mehr gefordert und verkümmern, und bald wechselt man nur noch zwischen Schlafen, Essen, Trinken und vielleicht noch Fernsehen. Und wartet auf das Ende …? Man ist in einer Einbahnstraße gelandet, die sich auch noch als Sackgasse entpuppt. Aber genau das wollte man ja nicht! Dazu muß ich mich bei User „DisainaM“ von Nittaya.de-Forum bedanken, der mich mit der Nase auf dieses leider sehr reale Problem gestoßen hat.
Überlegen Sie mal selbst: wie viele Menschen wohnen um Sie herum im gleichen Ort in Deutschland. Grundsätzlich könnten Sie mit jedem davon reden. Und in Thailand? Ich habe Situationen erlebt, da wohnten immerhin 3 Deutsche im gleichen Ort, aber die haben sich bis auf die Zähne gegenseitig fertig gemacht. Oder Leute, die allein auf weiter Flur leben und frühmorgens zum Frühstück schon mit dem Frust-Saufen angefangen haben. All das muß nicht sein, wenn Sie genügend „Auswahl“ an Mitmenschen um sich herum haben, mit denen Sie reden und „interagieren“ können. Natürlich werden Sie nicht jeden davon mögen, aber je größer die Gruppe, desto wahrscheinlicher, daß auch genügend sympathische Leute darunter sind. Und dann macht das Leben doch einfach mehr Spaß!
Wenn Sie dann aber immer noch raus aus der Menge wollen, dann machen Sie das auf Zeit, ein oder zwei Wochen lang auf eine einsame Insel oder in ein Dorf in Nirgendwo. Oder durchs Land reisen. Das funktioniert bei mir selbst auch hervorragend, immer wieder!

Eine Sache, die Sie vielleicht verwundern wird: Ich habe mir angewöhnt, jedes Jahr einmal nach Deutschland zu fliegen. Meiner Ansicht nach sprechen verschiedene Gründe dafür. Zum einen habe ich noch eine Menge Familienangehörige in Deutschland, und auch wenn ich per E-Mail etc. mit ihnen in Kontakt bleibe, so hat die persönliche Begegnung einfach eine andere Qualität. Gleiches gilt für Freunde, die es mir wert sind, über die Jahrzehnte die Verbindung gehalten zu haben.
Dazu kommt, daß es bestimmte Dinge in Thailand nicht gibt, nur sehr viel teurer oder ich einfach zu blöde bin, das Richtige zu finden. Solche Sachen kann ich mir dann während des „Heimaturlaubs“ besorgen. Das betrifft etwa Lebensmittel, aber auch Bekleidung, speziell, wenn man nicht den Maßen entspricht, die in Thailand für Ausländer zur Verfügung stehen. Klassisches Beispiel sind Schuhe über Größe 42: Schwer zu finden und wenn, dann nur in beschränkter Auswahl. Oder per Maßanfertigung. Auch bestimmtes elektrisches/elektronisches Gerät ist manchmal nur in Deutschland zu bekommen.
Und manchmal ist es einfach angenehm, eine Zeit lang mal wieder deutsche Umgebung um sich zu haben. Sie werden merken, nach einiger Zeit, wenn in Thailand die Routine einsetzt, dann kann man sich auch mal wieder an die schöneren Augenblicke in Deutschland erinnern und sich danach zurücksehnen. Deutschland im Frühling oder auch im Herbst, das hat schon seine schönen Seiten. Und niemand muß sich dafür schämen, weil er der neuen Heimat abtrünnig geworden sei. Dieser Kontrast Thailand – Deutschland, den finde ich persönlich gut. Das ist wie einmal Durchzug im Hirn schaffen, damit man nicht so unter der grauen Normalität des Alltags leidet.
Logischerweise haben Deutschland als auch Thailand Vor- und Nachteile. Entscheidend ist aber doch, wo die Vorteile in der Abwägung von gut und schlecht überwiegen. An diesem Punkt sollten, nein, müssen Sie ehrlich zu sich selbst sein, sonst tun Sie sich selbst keinen Gefallen. Wer ausschließlich nur die schönen Seiten sieht, der belügt sich letztlich selbst.

Und last not least, wenn Sie nach ein paar Jahren feststellen sollten, daß Thailand doch nicht das Richtige für Sie ist, nachdem der Reiz des Neuen abgeschlafft ist, dann sollten Sie in Ihrer alten Heimat noch ein paar Kontakte haben, damit Sie bei einer möglichen Rückkehr nicht in ein großes, schwarzes Loch fallen. Ich hoffe für Sie, daß das nicht eintreten wird, aber garantieren kann Ihnen das niemand.
Wenn Sie später mal „auf Urlaub“ nach Deutschland fahren, dann erwarten Sie bitte nicht, daß alle gleich an Ihren Lippen hängen „wie es ist“ in Thailand. Die meisten Ihrer Bekannten haben ganz einfache, unmittelbare und aktuelle Probleme und Ihre Erlebnisse müssen warten, bis sie an einem ruhigen Abend mit einem Bier oder einem Viertele Wein in der Hand erzählt werden können. Ging mir auch so.

Motorrad-Tour im Norden

Einführung

Thailand gilt als ein Entwicklungsland, aber lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Bangkok und viele andere Gegenden erlauben Ihnen einen Lebensstandard wie in Deutschland. Moderne Supermärkte haben ein vergleichbares Angebot und es gibt Kaufhäuser, die den deutschen Standard spielend hinter sich lassen. Wohnen ist in allen Preisklassen möglich und die medizinische Versorgung muß sich auch nicht verstecken. Dies alles ist in Thailand aber merklich günstiger zu haben als in Deutschland. Darüber, was das normale Leben in Thailand so kostet gehen die Meinungen natürlich auseinander, je nachdem, welchen Standard man sich so gönnt. Ein paar Anhaltspunkte und Hinweise dazu finden Sie in den verschiedenen Kapiteln.
Wenn Sie sich mit dem Gedanken einer – vielleicht auch nur jahreszeitlich beschränkten – Übersiedlung nach Thailand beschäftigen, dann sollten Sie zumindest einmal in Thailand Urlaub gemacht haben, um festzustellen, ob und wie es sich dort leben läßt. Eine wesentliche Frage ist, wie Lärm-empfindlich Sie sind, denn die Thais haben mit Lärm kein Problem: Ich habe Leute erlebt, die seelenruhig geschlafen haben, während um sie herum eine Kundgebung im vollen Gange war. Am besten nutzen Sie so einen Urlaub, um gezielt Ihre Fragen zu beantworten. So gibt es z. B. Reise-Angebote, die für ältere Herrschaften oder Überwinterungs-Interessierte speziell zusammengestellt werden. Mehr dazu unter Schnupper-Tour weiter hinten in diesem Ratgeber.
Thailand gilt nicht von ungefähr als das „Land des Lächelns“. Und in den meisten Fällen freuen sich die Menschen einfach, daß sie mit uns zu tun haben. Nur sollte man nicht glauben, daß jedes Lächeln ehrlich gemeint ist und von Herzen kommt. Man lächelt hier auch aus Verlegenheit oder aus Berechnung. Also freuen Sie sich über die freundlichen Menschen, aber lassen Sie die Vernunft nicht in Deutschland zurück. Wenn Sie jemanden – vielleicht unabsichtlich – in eine missliche Lage gebracht haben, beleidigt oder kritisiert haben, dann wird er lächeln, obwohl er Ihnen am liebsten nie begegnet wäre. Wenn Sie jemand über den Tisch ziehen will, wird er das nicht sagen, sondern Ihnen sein bestes Lächeln bieten. Aber das ist in Europa ja auch nicht anders.

Am besten können Sie Ihre Zeit in Thailand genießen, wenn Sie zwar offen und ehrlich sind, sich dabei aber nicht dumm oder fahrlässig verhalten. Wenn Sie mit einer dicken Goldkette oder einer fetten Rolex am Arm angeben wollen, bitte schön, aber wundern Sie sich dann nicht, wenn Sie jemand niederschlägt und beklaut. Zwar gibt es in Thailand auch Kriminalität, aber meiner Ansicht nach bedeutend weniger als in Europa. Vielleicht sollte man nicht gerade nachts in einer Slumgegend spazieren gehen. Vergessen Sie dabei nicht, nach Ansicht der meisten Thais sind alle Ausländer reich und können einen Verlust „leicht verschmerzen“. Verhält man sich aber unprätentiös und freundlich, hat man kaum etwas zu befürchten. Ich bin in all den Jahren noch nie bestohlen worden (und hoffe, daß das so bleibt).
In Thailand sind wir die Ausländer!
Wer hätte das gedacht, angesichts der Debatte in Deutschland. Aber es ist wahr, in Thailand sind wir die Ausländer, und nicht „die Anderen“. Und das sollte man stets im Hinterkopf behalten. Wobei: eigentlich sind alle Asiaten mehr oder weniger xenophob (= haben Angst vor Ausländern). Im Allgemeinen. Aber im Speziellen, also auf der persönlichen Ebene ist das oft genau umgekehrt. Für viele Beamten, wie Polizisten oder die Immigration, aber auch für praktisch alle Politiker im Lande sind wir Fremdkörper, eine Irritation, gelitten zwar, aber irgendwie störend. Für solche Leute zählt alleine, daß wir Geld haben und Geld ins Land bringen. Ob als Teil der Einnahmen aus dem Tourismus oder in der Form, daß die Polizei mal wieder die Hand aufhält. Gottlob ist es auf der persönlichen Ebene meistens ganz anders, die Thais freuen sich. Nicht nur, daß es uns in Ihrem Land so gut gefällt, daß wir nach Thailand kommen, sondern auch, weil wir eine Abwechslung in ihr Leben bringen, neue Erfahrungen und Wissen und oft auch ganz anders kulturell eingestellt sind. Und wir geben Anlaß zum Tratsch, das alleine ist schon mal ein großer Pluspunkt. „Boah, weißt Du, was der Farang da gerade gemacht hat?…“ und schon haben die Thais wieder Stoff zum Tratschen. Keine Angst, meist ist der Tratsch nach unseren Maßstäben harmloses Zeugs. Wer sich freundlich verhält, erntet auch Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Ausländer sind Gäste in Thailand, und daher werden die meisten Thais bemüht sein, ihr Land und Volk in einem guten Licht darzustellen. Tun Sie den Thais und mehr noch sich selbst einen Gefallen und vermeiden Sie, Thailand oder die Thais zu kritisieren. Und ein Wort der Vorsicht: Wenn Sie einen Vorschlag machen wollen, wie etwas besser zu machen ist, dann schlucken Sie ihn einfach runter. Auch wenn es vielleicht schwer fällt. Die Thais könnten – und werden es in den meisten Fällen – als Kritik auffassen. Denn umgekehrt, was würden Sie denken, wenn z. B. ein wildfremder Afrikaner Ihnen erzählen würde, was er in Deutschland anders machen würde…
Also sollten wir uns niemals in die thailändische Politik einmischen, weder die große nationale noch die örtliche, etwa mit eigenen Vorschlägen oder dem Ansatz „Bei uns in Deutschland machen wir das so und so“. Über Politik fliegen in Thailand schon mal die Fäuste,- und manchmal auch die Kugeln. Klar könnte man über Korruption ganz allgemein reden, aber ob das ein Thai als allgemeines Statement ansieht oder als „Beleidigung Thailands“, das können wir nicht vorhersehen.
Aber auch nach über 25 Jahren und drei Putschen, auch nach den turbulenten Jahren 2006 bis 2014, kann ich Sie beruhigen, es läßt sich in Thailand immer noch ganz gut und friedlich leben. Ganz ehrlich? Es lohnt sich!

Und gleich noch ein wichtiger Tipp zu Anfang: Halten Sie Ihre Papiere in Ordnung, speziell Ihre Aufenthaltsgenehmigung, die Sie keinesfalls überziehen sollten (mehr dazu unter „Behörden und Vorschriften“ später in diesem Ratgeber).


Interessiert? Hier erfahren Sie, wie Sie zu dem ganzen E-Buch kommen.

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